Sonntag, 14. Februar 2016

Ursprung des Valentinstages

Jupiter und Juno auf dem Mount Ida (Detail) von James Barry 1790, Wikimedia Commons

Als ich heute Valentinstag feierte, habe ich mich gefragt, was ich da eigentlich tue: bin ich auf eine Erfindung der Blumenhändler und Chocolatiers hineingefallen, die den Valentinstag als Markentingmassnahme erfunden haben, wie so viele meinen? Oder praktiziere ich einen Brauch, den es schon seit Jahrhunderten gibt? Diesen Fragen musste ich natürlich sofort nachgehen (Berufskrankheit ;-)).

Eine Göttin als Ursprung des Valentinstages

Der Ursprung des Valentinstages liegt höchstwahrscheinlich in der Antike. Am 14. Februar feierten die alten Römer ein Fest zu Ehren der Göttin Juno, der Schützerin der Ehe und der Familie. Juno soll als Ratgeberin der Frauen für deren richtige Partnerwahl gesorgt haben. Weil Mitte Februar die Paarungszeit für die Vögel beginnt, ehrte man Juno, in dem man ihr und den Frauen Blumen schenkte. Nach der Christianisierung Roms wurde dieser Brauch in abgeänderter Form weitergeführt in dem man den 14. Februar dem heiligen Valentin widmete. Der 14. Februar blieb aber ein Volksfest zu Ehren der Liebenden, wobei das Blumenschenken nach wie vor dazugehörte.

Der Heilige Valentin

Der Valentinstag, d.h der Gedenktag für den heiligen Valentin, führte Papst Gelasius I 469 für die ganze Kirche ein. Allerdings strich die Kirche den Tag 1969 aus dem Generalkalender. Als Namensgeber für den Feiertag kommen hauptsächlich zwei christliche Märtyrer in Frage: Valentin von Rom oder Valentin von Terni. Es könnte möglich sein, dass es sich dabei um ein und dieselbe Person handelt, den die Überlieferungen der beiden Märtyrer überschneiden sich. Valentin von Rom war ein armer Mönch mit heilerischen Fähigkeiten, den der römische Kaiser Claudius II köpfen liess. Denn Valentin hatte trozt Verbot Liebespaare nach christlichem Ritus getraut. Damit auch während der Ehe alles funktionierte, half Valentin darüber hinaus bei Partnerschaftskrisen. Der Brauch anlässlich des Valentinstags Blumen zu schenken geht gemäss einer Interpretation darauf zurück, dass Valentin Ehepaaren Blumen aus seinem Garten geschenkt habe.

Zwei verliebte Frösche von Alexandra aus München. Pixabay

Der Valentinstag heute

Auch in unseren Breitegraden feierten die Leute mitte Februar das Fest der Liebenden. Bezeichnenderweise nannte man den Tag im Spätmittelalter auch Vielliebchen Tag. Ein Mädchen so glaubte man damals, würde den ersten Mann heiraten, den es am Morgen sieht. Daher schenkten die jungen Burschen ihren Angebeteten früh am Morgen einen Blumenstraus. Aus irgend einem Grund gingen die Bräuche rund um den Valentinstag im deutschsprachigen Raum etwas unter. Ganz anders war dies etwa in England, wo der Valentinstag sehr lebending blieb. Von England kam der Valentinstag in der Neuzeit in die heutige USA und von dort wieder zurück in den deutschen Sprachraum! Denn 1950 brachten amerikanische Soldaten das Fest der Liebenden nach Deutschland, wo bereits 1950 Valentinsbälle gefeiert wurden.